Category archives: Genderzentrum

RV-05-16 Angela Standhartinger – Wildniserfahrungen: Die Befreiung der Sklavin Hagar (Genesis 16 und 21) im feministisch interreligiösen Gespräch

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Referenzen:

Angela Standhartinger

Delores Williams

Alice Walker

Edmonia Lewis

Brigitte Kahl

Josephine Butler

Phyllis Trible

Martin Buber

Rabanus Maurus

Savrina J. Teubal

Amy-Jill Levine

Tikva Frymer-Kensky

Hibba Abugideiri

Riffat Hassan

Letty M. Russell

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RV-04-16 Andrea Fischer-Tahir – Freiheit durch Unabhängigkeit? Streifzüge durch die politische Frauengeschichte Kurdistans

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Andrea Fischer-Tahir

Leyla Qasim

Hero Ibrahim Ahmed

Hapsa Xani-î Seîx Marif-î Naqîp

Wazira Jalal

Ronak Faraj Raheem

Khandan Muhammad Jaza

Schluwa Sama

Vian Dakhil

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RV-03-16 Anke Ortlepp – Black Lives Matter: Gewalt, Geschlecht und Bürgerrechte in den USA

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Referenzen:

Anke Ortlepp

Manfred Berg

Michelle Alexander

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RV-02-16 Matti Traußneck – Die Marseillaise in Port-au-Prince

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Referenzen

Matti Traußneck

Kaiama L. Glover

Michel-Rolph Trouillot

Toni Morrison

Gayatri Chakravorty Spivak

Jacques Derrida

Orlando Patterson

Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Susan Buck-Morss

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RV-01-16 Susanne Maurer – Frauenbewegung und Revolution

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Referenzen:

Susanne Maurer

Eugène Delacroix

Karin Schrader-Klebert

Herbert Marcuse

Noam Chompsky

Uwe Johnson

Martin Walser

Jean-Paul Sartre

Klaus Theweleit

Leo Trotzki

Hans Magnus Enzensberger

Olympe De Gouges

Mathilde Franziska Anneke

Susan B. Anthony

Emmeline Pankhurst

Rosa Luxemburg

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GL-01-1516: Linda Zerilli – Feministische Kritik als eine politische Praxis der Freiheit

Die Perspektive

Mit ihrer Perspektive eines „freiheitsbezogenen Feminismus“ hat Zerilli in den letzten Jahren eine neue Sichtweise auf feministische Politik vorgeschlagen. Für ihre Überlegungen, in welchem Sinn sich Feminismus oder Feminismen als großes Freiheitsprojekt verstehen ließen, orientiert sie sich an Hannah Arendts Verständnis des Politischen und rückt das „politische Streitgespräch“ und die „Macht des Neubeginnens“ ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Die Versuchung liegt nahe, in wichtigen von Zerillis jüngsten Werken ein großes Plädoyer auszumachen, mit Arendts Geleit feministische Urteilskraft auszubilden.

Der Vortrag

In ihrem Vortrag zu Freiheit und feministischer Praxis wird sich Zerilli folgenden Fragen widmen: Was verstehen wir unter der Idee einer kritischen feministischen Theorie? Wie kann feministische Kritik zu ihren Wurzeln in die politische Praxis der Freiheit zurückkehren ohne sich wieder in die bekannten Probleme der Theorie/Praxis Thematik zu verstricken? Wie kann sie „Bilder des neu Denkbaren“ schaffen? Kann Kritik die Freiheit als eine Welt-erzeugende und Welt-bildende Macht des Feminismus wahrnehmen und vorantreiben?

Zur Person

Linda Zerilli ist derzeit Professorin für Politikwissenschaften an der University of Chicago und Direktorin des „Center for the Study of Gender and Sexuality“. Zu Ihren bekanntesten Publikationen gehört „Signifying Woman“ (Ithaca, NY: Cornell University Press, 1994) und „Feminism and the Abyss of Freedom“ (Chicago: University of Chicago Press, 2005). Das Spektrum ihrer Publikationen reicht von Themen der feministischen Ideengeschichte über Demokratietheorie und Sprachpolitik zu Ästhetik und europäischer Philosophiegeschichte.

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Referenzen:

Hannah Arendt

Michel Foucault

Immanuel Kant

Judith Butler

Jürgen Habermas

Reinhart Koselleck

Platon

Seyla Benhabib

Herbert Marcuse

Cornelius Castoriadis

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GL-01-1415: Rosi Braidotti – Posthuman Feminist Theory

Im aktuellen Wintersemester findet die Gender Lecture mit der international bedeutenden Philosophin und Gendertheoretikerin Prof.in Rosi Braidotti statt. In Ihrem Gastvortrag am 20. Januar 2015 wird sie über ihr neues Buch „The Posthuman“ (2013) / „Posthumanismus. Leben jenseits des Menschen“ (2014) sprechen.

Der Vortrag ist in englischer Sprache.

Abstract zum Vortrag:

This lecture will address the so-called ‚post-human‘ turn in contemporary feminist theory in the light of three main considerations: firstly the shifting perception and understanding of ‚the human‘ in the Life sciences. Secondly the effects of globalization as a system that functions by instilling process of ‚timeless time‘ and perverse, multiple time-lines. Thirdly, the impact of wars and conflicts in contemporary governmentality and the new forms of discrimination they engender on a planetary scale. Last but not least, the lecture examines the implications of this historical context for progressive, affirmative politics in general and gender issues in particular.

Kurzbio:

Rosi Braidotti is Distinguished University Professor at Utrecht University and founding Director of the Centre for the Humanities in Utrecht since 2007. Her research and writing engages feminist philosophy and cultural studies. Her most recent books are:

  • The Posthuman, Polity Press: Cambridge, 2013;
  • Nomadic Theory. The Portable Rosi Braidotti, Columbia University Press: New York, 2011(b);
  • Nomadic Subjects: Embodiment and Sexual Difference in Contemporary Feminist Theory, Columbia University Press: New York, 2011(a) [second ed.].

She was awarded an Honorary Degree in philosophy by the University of Helsinki in 2007 and by the Linköping University in 2013.

Personal website: www.rosibraidotti.com

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Referenzen:

Gilles Deleuze

Félix Guattari

Michel Foucault

Rosi Braidotti

Nick Bostrom

Jürgen Habermas

Edward Said

Jacques Derrida

Stuart Hall

Jean-Paul Sartre

Vandana Shiva

Nelson Mandela

Paul Gilroy

Ulrich Beck

Friedrich Nietzsche

Karl Marx

Sigmund Freud

Charles Darwin

Peter Galison

Patricia MacCormack

Shulamith Firestone

Paul Rabinow

Roberto Esposito

Nikolas Rose

Antonio Negri

Melinda Cooper

Jussi Parikka

Adam Philips

Baruch Spinoza

Gayatri Chakravorty Spivak

René Descartes

Genevieve Lloyd

Georg Wilhelm Friedrich Hegel

Louis Althusser

Simone de Beauvoir

Pierre Macherey

Guy Debord

Roland Barthes

Maurizio Lazzarato

Étienne Balibar

Henri Bergson

Luce Irigaray

Stacy Alaimo

Jack Halberstam

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Theodora Becker: Die (un)kontrollierte Frau. Prostitution und staatliche Überwachung im 19. Jahrhundert und heute

Das ambivalente Verhältnis der bürgerlichen Gesellschaft zur Prostitution lässt sich auf die Frage zuspitzen, warum und inwiefern die Prostitution in ihr nicht als Arbeit gilt, während sie zugleich doch nichts anderes sein kann als Erwerbsarbeit. Die Floskel, Prostitution sei „kein Beruf wie jeder andere“, wird auch in der gegenwärtigen Debatte um das neue Gesetz zur Regulierung der Prostitution immer wieder verwendet. Mit ihr wird legitimiert, dass es für die Prostitution andere Regeln brauche als für andere Erwerbstätigkeiten. Im Zentrum der Debatte steht dabei heute der angebliche „Schutz“ von (migrantischen) Prostituierten vor Ausbeutung und Zwang, was sich auch in der Benennung des neuen Gesetzes als „Prostituiertenschutzgesetz“ widerspiegelt. Der wohlmeinende Titel verdeckt die Tatsache, dass das Gesetz, dessen erklärtes Ziel es ist, „die in der Prostitution Tätigen besser zu schützen“ und „ihr Selbstbestimmungsrecht zu stärken“, in erster Linie repressive und bürokratische Maßnahmen enthält, die darauf zielen, das Ausmaß der Prostitution zu verringern und das Gewerbe einer umfassenden staatlichen Überwachung zu unterwerfen: von einer Registrierungspflicht für Sexarbeiterinnen über eine Kondompflicht im Sexgewerbe bis zu strikten Auflagen für sämtliche Arten von „Prostitutionsstätten“.

Das Gesetz steht damit in einer Kontinuität mit der staatlichen Regulierung der Prostitution in der bürgerlichen Gesellschaft seit etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts, die stets davon ausging, dass die Prostitution in ordnungspolitischer, hygienischer, sittlicher, strafrechtlicher und geschlechterpolitischer Hinsicht ein gesellschaftliches Problem darstellt, dem mit repressiven Maßnahmen gegen Prostituierte und Bordellbetreiber (bzw. „Zuhälter“) zu begegnen sei. Dabei lässt sich ein Wechselspiel zwischen Überwachung und Verdrängung, Regulierung und Verbot der Prostitution feststellen, was sowohl die ambivalente gesellschaftliche Haltung zur Prostitution (zwischen notwendiger Einrichtung und gesellschaftlichem Übel) ebenso wie das Scheitern der staatlichen Maßnahmen in Bezug auf die Kontrolle der Prostitution zeigt.

Das staatliche Handeln hatte dabei vier zentrale Ziele in Bezug auf die Prostitution: Erstens ihre Eindämmung und Einhegung, um ihre „entsittlichenden“ Wirkungen auf die Gesellschaft so gering wie möglich zu halten; zweitens eine (polizeiliche) Kontrolle der Prostitution, um die mit ihr angeblich notwendig einhergehende Kriminalität zu bekämpfen und Schwarzarbeit, Irregularität und Informalität der Branche zu mindern: der Kampf gegen das „Milieu“; drittens gesundheitspolitische Maßnahmen, die verhindern sollen, dass durch die Risiken des wechselnden (öffentlichen) Geschlechtsverkehrs die „Volksgesundheit“ beeinträchtigt wird; sowie viertens der „Schutz“ der Prostituierten vor Ausbeutung, Gewalt und Zwang.

Auch wenn nun in der öffentlichen Debatte der letztere Aspekt in den Vordergrund gerückt wird, so ist doch der Schutz des „öffentlichen Anstandes“ noch immer Teil der Gesetzgebung zur Prostitution, ebenso wie die strafrechtliche Regulierung. Eine konsequente Entkriminalisierung und Legalisierung sind nicht in Sicht.

Der Vortrag beleuchtet vor diesem Hintergrund das neue Gesetz und die Auswirkungen, die es haben könnte, sowie die Veränderungen und Kontinuitäten der gesellschaftlichen Ansichten zur Prostitution unter dem Aspekt der Sexualmoral und des Begriffs von Arbeit.

(Quelle des Textes)

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August Bebel – Der Sozialismus und die Frau

Alfred Blaschko

Siegfried Kracauer

Anna Pappritz

Cesare Lombroso

Karl Kraus

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Monika Jungbauer-Gans: „Frauen in der Wissenschaft – Gleiche Chancen, ungleiche Voraussetzungen?“

Acht von zehn Professuren sind in Deutschland von Männern besetzt. Frauen, die Wissenschaft als Beruf betreiben wollen, sind gegenüber ihren männlichen Mitwerbern mit erheblichen strukturellen Barrieren konfrontiert. Doch es scheint Bewegung in diese Konstellation gekommen zu sein: Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge stieg der Frauenanteil bei Professuren etwa in den Sozialwissenschaften bundesweit von 16,2% im Jahr 2000 auf 37,2% im Jahr 2013 – ein Ergebnis, das sich ohne Zweifel auch auf gleichstellungspolitische Initiativen zurückführen lässt. Wie diese Entwicklung aber letztlich zu deuten ist, gibt innerhalb und außerhalb der Wissenschaft aktuell Anlass für kontroverse Debatten und kritische Fragen: Haben Frauen heute die besseren Chancen auf eine wissenschaftliche Karriere? Sind Männer damit womöglich die „Verlierer“ gleichstellungs politischer Maßnahmen? Welche Faktoren beeinflussen in Deutschland die Chance, auf einen Lehrstuhl berufen zu werden? Und wo beginnt die sogenannte „gläserne Decke“ der Wissenschaft?

Monika Jungbauer-Gans, Professorin für Empirische Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, spricht in ihrem Vortrag über gegenwärtige Voraussetzungen, Möglichkeiten und Beschränkungen einer beruflichen Karriere in der Wissenschaft. Ausgangspunkt bildet ihre von der DFG finanzierte Studie Determinants of Success in University Careers: Findings from the German Academic Labor Market, die sie 2013 gemeinsam mit Christiane Gross in der Zeitschrift für Soziologie veröffentlichte.

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Eva von Redecker: Alltag und Utopie. Feministische Mikropolitik im Kontext

Der Vortrag nimmt seinen Ausgang von einer kritischen Diagnose derzeitiger Auseinandersetzungen um feministische Politik. So scheint eine „doppelte Defensive“ einerseits auf Seiten feministischer Kritik zu partiellen, reparativen und lediglich Diskriminierungsmindernden Maßnahmen tendieren zu lassen. Diese provozieren aber nichtsdestotrotz auf Seiten des „Anti-Genderismus“ die vehementesten Abwehrmanöver einer verwundeten regressiven Lebensform. Vermittlung bietet oft einzig eine liberale Rückzugsposition, in der niemandem irgendetwas vorgeschrieben werden soll. Aus der Perspektive feministischer Philosophie soll demgegenüber eine Perspektive radikalfeministischer Maximalforderungen profiliert werden, die letztlich universalisierbarer und inklusiver wäre als sich einzelne Minimalforderungen darstellen. Der Rückgriff auf exemplarische Autor_innen wie Audre Lorde, Luce Irigaray und Silvia Federici erlaubt, feministische Kritik als auf einen breiten utopischen Horizont geänderter Welt- und Selbstbeziehungen abzielendes Projekt zu reaktualisieren. Nichtsdestotrotz sind auf politischer Ebene eben jene eingangs erwähnten partiellen Strategien von immenser Wichtigkeit. Fragen etwa der Sprachpolitik ließen sich vor dem alternativen Hintergrund nicht als erbittert umkämpfte Selbstzwecke, sondern als Momente auffassen, in denen es möglich ist, sich mit feministischen Utopien solidarisch zu zeigen und diese episodisch zu antizipieren.

Die Referentin: Eva von Redecker ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für praktische Philosophie an der Humbolt-Universität zu Berlin und lehrt in diesem Semester im Rahmen des Heuss-Lectureship an der New School for Research in New York. Sie arbeitet an diesen Stellen an der Schnittstelle zwischen Kritischer Theorie und feministischer und (post)strukturalistischer Sozialphilosophie. Ihr Begriff der Revolution, welcher auch in ihrer Dissertation mit dem Namen „Metalepsis und Revolution. Eine performative Praxistheorie sozialen Wandels“ eingeflossen ist, war einer der zentralen Referenzpunkte der Abschiedsvorlesung von Prof. Ingrid Kurz-Scherf. Am 28. Januar wird Eva von Redecker an der Philipps-Universität zu feministischen Mikropolitiken und Maximalforderungen sprechen.

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