Category archives: Allgemein

RV-01-15 Annette Henninger: „Bekämpft, gefördert und beschworen: Die Familie im Spiegel gesellschaftlicher Debatten“

Interdisziplinäre Ringvorlesung im Sommersemester 2015

Im Rahmen des Studienprogramms „Gender Studies und feministische Wissenschaft“

Themenschwerpunkt: Konstrukt Familie. Neue Konstellationen, alte Normativitäten und kritische Befragungen aus der Perspektive der feministischen Wissenschaft

Von der Kritik am männlichen Gewaltmonopol in der Familie und der monogamen Ehe über die Infragestellung der heteronormativen Kleinfamilie bis zu den neo­liberalen Zumutungen an Ver­ein­­barkeiten und den rassisierenden Implikationen moderner Familienideale ist die Fami­lie ein Schlüsselterrain feministischer Theorie und Politik. Die interdisziplinäre Ring­vor­le­sung des Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung stellt das „Konstrukt Familie“ ins Zentrum kritisch-feministischer Betrachtungen und fragt:

  • Welche gegenwärtigen Zugänge gibt es in den Gender Studies zu den Realitäten aktueller Familienkonstellationen?
  • Welche umkämpften Normsetzungen und Weltsichten transportiert der Begriff Familie und welche alternativen Konzepte gibt es, um soziale Verant­wort­lichkeiten/Abhängig­keiten/Fürsorge-Beziehungen jenseits traditioneller Bestim­mun­gen neu zu denken?
  • Welche historischen und kulturvergleichenden Perspektiven wirft die feministische Wissen­­schaft auf das Konstrukt Familie? Welche Funktion kommt der Familie als Konstitutionselement gesellschaftlicher Ordnungen zu?
  • Welche Aus- und Einschließungen sind mit dem Konzept angesichts von Globalisierungs-/ Transnationalisierungsprozessen und nationalen Politiken verbunden?
  • Welche politischen Forderungen verbinden sich mit kritischen Blicken auf Familie und Verwandtschaft? Welche Utopien und Zukunftsvisionen lassen sich formulieren?

Die Aufnahme steht unter der CC BY-SA 3.0 Lizenz

Shownotes

Annette Henninger

Bock, Gisela; Duden, Barbara: Arbeit aus Liebe – Liebe als Arbeit

Birgit Pfau-Effinger

Karin Hausen

Ute Gerhard

Ursula Beer

Birgit Sauer

Gayle Rubin

Judith Butler

Ronald Inglehart

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Politisches Handeln in digitalen Öffentlichkeiten – Überblick Aufzeichnungen

Digitale Öffentlichkeiten sind einer der Kristallisationspunkte des Politischen im frühen 21. Jahrhundert. Jenseits der Öffnung von politischen Institutionen und Verwaltung für digitale Partizipation eignen sich Menschen digitale Technologien an, um ihren politischen Forderungen Ausdruck zu verleihen. Als Forscher*innen stehen wir vor der Herausforderung, diese Phänomene angemessen zu erfassen und theoretisch einzuordnen.

Unser Interesse richtet sich auf bottom-up Prozessen des politischen Handelns in digitalen Öffentlichkeiten und der Diskussion spezifischer Relevanzen und Herausforderungen in diesem Forschungsfeld. Mit der Tagung Politisches Handeln in digitalen Öffentlichkeiten: Grassroots zwischen Autonomie, Aufschrei und Überwachung, die vom 28./29. November 2014 an der Georg-August-Universität Göttingen stattfinden wird, wollen wir eine Rahmen schaffen, sich über eine Reihe von Fragen in diesem Forschungsfeld auszutauschen.

Ihr könnt alle Downloads auch mit Podcatchern über unseren RSS-Feed für die Tagung beziehen.

Überblick der Aufzeichnungen:

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DOEFF-D-02: Alber – Wie öffentlich ist das Private? Forschungsethische Fragen bei der Triangulation von Diskurs- und Biographieforschung

Wie öffentlich ist das Private? Forschungsethische Fragen bei der Triangulation von Diskurs- und Biographieforschung
Ina Alber, M.A., Herder Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leipnitz-Gemeinschaft, Marburg

Kurzzusammenfassung:
Für ihre Untersuchung der Genese zivilgesellschaftlichen Engagements nach 1989 in Polen bezieht sich Ina Alber auf biographietheoretisches und diskursanalytisches Datenmaterial. Durch die Verwendung von Diskursmaterial der Biograph*innen aus dem Netz (z.B. Blogs) zur Interpretation des biographischen Datenmaterials, ergibt sich ein forschungsethisches Dilemma zwischen Anonymisierung und intersubjektiver Nachvollziehbarkeit als Gütekriterium qualitativer Forschung.

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DOEFF-D-01: Siri, von Unger – Forschungsethik und Netzforschung. Herausforderungen und Chancen qualitativer Forschung im #Neuland

Forschungsethik und Netzforschung. Herausforderungen und Chancen qualitativer Forschung im #Neuland
Dr. Jasmin Siri, Institut für Soziologie, LMU München
Prof. Dr. Hella von Unger, Institut für Soziologie, LMU München

Kurzzusammenfassung:
Forschungsethik in Bezug auf (qualitative) Forschung im Netz heißt mehr als nur Datenschutz. Jasmin Siri und Hella von Unger diskutieren, welche Herausforderungen sich bezüglich der Forschungsbeziehungen, dem Schutz der befragten Personen und der Reflexion des Machtverhältnis zwischen Forschenden und Beforschten ergeben.

Prezi von Dr. Jasmin Siri

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DOEFF-C-04: Näser-Lather – Se Non Ora Quando – netzbasierte Kommunikations- und Handlungsformen einer neuen italienischen Frauenbewegung

Se Non Ora Quando – Netzbasierte Kommunikations- und Handlungsformen einer neuen italienischen Frauenbewegung
Marion Näser-Lather, Universität Paderborn

Kurzzusammenfassung:
Am Beispiel der italienischen Frauenbewegung „Se non ora quando?“ („Wenn nicht jetzt, wann dann?“) analysiert die Autorin, welchen Einfluss die Nutzung von digitalen Infrastrukturen auf die diskursive Bearbeitung bewegungsinterner Themen und die Protestpraxen der Bewegung haben. Anhand von konkreten Beispielen wird gezeigt, wie bestimmte Online- und Offline-Formen der Kommunikation und Aktion genutzt werden und inwiefern sich dadurch die Hoffnungen auf stärkere Partizipation und egalitäre Strukturen innerhalb der Bewegung erfüllt haben.

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DOEFF-D-03: Montanari; Toscano – Political discourse formation on the internet and visual imagineries of protest events – A transition on the use of web tools from Seattle 1999 to Istanbul 2013

Political discourse formation on the internet and visual imagineries of protest events – A transition on the use of web tools from Seattle (1999) to Instanbul (2013)
Antje Winkler Giulia Montanari, Leibniz-Institut für Länderkunde
Javier Toscano, Plataforma de Investigación Nerivela, Mexico City

Kurzzusammenfassung:
Die Autorinnen zeigen, wie die Existenz und die Entwicklung von verschiedenen Online-Tools (Video, Blogging, Soziale Netzwerke etc.) bestimmte Diskursformen und Formen der Selbstdarstellung gestärkt und andere erschwert haben, wie bestimmte Technologien die Art und Weise der Verbreitung von politischen Inhalten beeinflusst haben und auf diese Weise auch den Inhalt und die Zielrichtung von politischen Forderungen beeinflussen. Gleichzeitig ermöglichen die neuen Technologien und Verbreitungswege auch eine neue Dimension von polizeilicher und sicherheitsdienstlicher Überwachung. Die Analyse konzentriert sich auf zwei unterschiedliche Protestereignisse: Die Proteste gegen den G8-Gipfel in Seattle 1999 und die Proteste im Gezi-Park in Istanbul 2013. Insbesondere die Rolle von spezifischen Web Tools auf die Produktion und Funktion des jeweiligen Netzwerks, aber auch auf die Entstehung von Zonen der Sichtbarkeit und Überwachbarkeit werden untersucht.

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DOEFF-C-02: Pauli – TTIP and political participation in the Web 2.0

TTIP and political participation in the Web 2.0
Anne Pauli, M.A., TU Aachen

Kurzzusammenfassung:
Die Autorin analysiert anhand der Aushandlungsprozesse über das Freihandels-Abkommen „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ (TTIP), welchen Einfluss die digitale Öffentlichkeit auf den politischen Entscheidungsprozess ausüben konnte. Zentrale Frage ist, ob technische Fortschritte den Bürgerinnen und Bürgern mehr Einfluss und Macht auf politische Entscheidungsprozesse bringen konnte. Dafür wird die Verwendung unterschiedlicher digitaler Tools durch politische Kampagnen eingehender betrachtet und analysiert, unter anderem die Verbreitung politischer Botschaften über Blogs, Twitter, Youtube und Facebook. Im Vortrag werden einzelne Akteure, ihre Strategien und Kommunikationsmethoden genauer vorgestellt und auf ihren politischen Einfluss hin untersucht.

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DOEFF-02: Meßmer, Ganz – “Netzaktivismus in der Krise?”

“Netzaktivismus in der Krise?”

Anna-Katharina Meßmer, Dipl. Soziologin, assoziierte Mitarbeiterin des DFG-Projektes “Das optimierte Geschlecht?” an der LMU München. Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Kathrin Ganz, Politikwissenschaftlerin (M.A.), wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe Arbeit-Gender-Technik an der TU Hamburg-Harburg und Mitorganisatorin der Tagung.

Kurzinfomationen:

Oberflächliche Analysen betrachten Netzaktivismus als eine flüchtige und wenig tiefgehende Form des politischen Engagements. Die Clicktivism-Diagnose deckt sich jedoch nicht mit den Erfahrungen von Aktivist*innen. Viele beschreiben, wie sie durch das Netz politisiert und empowert werden. Gleichzeitig schildern sie, wie aufreibend netzbasiertes Engagement sein kann.

So lassen sich in digitalen Öffentlichkeiten neue Dynamiken beobachten, die mit Begriffen wie Filterbubble, Shitstorm, Call-Out-Culture, und Doxxing und Netzaktivismus-Burnout beschrieben werden. Diese stehen für Aspekte, die innerhalb von netzaktivistischen Kontexten auf unterschiedliche Weise als krisenhaft erfahren werden – als persönlich erlebte Krise, die zum (zeitweisen) Rückzug aus dem Netz führt, als Krise von Online-Kollektiven und als „new culture war“ (Laurie Penny), der digitalen Öffentlichkeiten durchzieht.

Am Ende des ersten Tages loten Anna-Katharina Meßmer und Kathrin Ganz gemeinsam mit dem Publikum aus, wie diese Effekte eingeordnet werden können. Handelt es sich dabei tatsächlich um Spezifika des politischen Handelns in digitalen Öffentlichkeiten? War Aktivismus nicht immer anstrengend, entgrenzend und konfliktgeladen? Oder ist die zunehmende Polarisierung von Öffentlichkeit als Effekt von sich zuspitzenden gesellschaftlichen Widersprüchen zu deuten? Wir freuen uns auf eine lebhafte und interessante Diskussion mit den TeilnehmerInnen der Tagung!

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DOEFF-B-03: Büttner, Pittroff – Die politische Strategie der Reterritorialisierung des Internets zwischen analogen und digitalen Öffentlichkeiten – Soziologische Kartografie einer Debatte

Die politische Strategie der Reterritorialisierung des Internets zwischen analogen und digitalen Öffentlichkeiten
In diesem Vortrag geht es um Akteur*innen gehen, nämlich um wichtige Instanzen und Akteur*innen einer Neuverhandlung des Privaten im Internet

Barbara Büttner , Universität Kassel BMBF-Projekt »Kartografie und Analyse der Privacy-Arena«, barbara.buettner@uni-kassel.de
Fabian Pittroff, Universität Kassel BMBF-Projekt »Kartografie und Analyse der Privacy-Arena«, pittroff@uni-kassel.de

Kurzinformationen:
Die Rückbindung des Internets an national oder transnational definierte Räume soll verlorengeglaubte Sicherheit und Kontrolle wiederherstellen. Gelobt wird die Reterritorialisierung als adäquates Mittel zur Rückeroberung des Privaten, kritisiert wird sie als politisches Placebo oder Wirtschaftsförderung unter dem Deckmantel des Privatheitsschutzes.
Der Beitrag soll helfen zu verstehen, welche Akteur*innen in welchen Konstellationen über die Gestaltung von Privatheit in der digitalen Welt verhandeln und inwiefern sich die Netzgemeinde an dieser Gestaltung durch netzpolitischen Aktivismus beteiligen kann und will.

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DOEFF-A-04: Braune, Hebenstreit – Repressive Toleranz 2.0

REPRESSIVE TOLERANZ 2.0
Andreas Braune, M.A.,wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Lehrstuhl für Politische Theorie und Ideen- geschichte
Jörg Hebenstreit, M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Lehrstuhl für das politische System der BRD
beide Institut für Politikwissenschaften, Uni Jena

Kurzzusammenfassung:
Mit normativen politischen Theorien u.a. von Benjamin Barber und Herbert Marcuse diskutieren Andreas Braune und Jörg Hebenstreit, wie sich im Internet gesellschaftliche Verhältnisse reproduzieren und es in seiner gegenwärtigen Form eher dazu neigt, Entfremdung statt gelingender politischer Sozialisation zu produzieren und damit eine Maschine dessen wird, was Herbert Marcuse einmal repressive Toleranz nannte. Auf Grundlage normativer politischer Theorie stellen die Autoren Arbeitshypothesen über die Quellen auf, die im Internet zu einer Entfremdung führen und überprüfen diese anhand von qualitativen und quantitative empirischen Belegen.

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