Monthly archives: Mai 2017

RV-04-17 Regina Ammicht Quinn – Hat Religion ein Geschlecht? Eine umstrittene Analysekategorie und ihre Auswirkungen

Hat Religion ein Geschlecht? Eine umstrittene Analysekategorie und ihre Auswirkungen

Regina Ammicht Quinn, Ethik, Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften, Eberhard Karls Universität, Tübingen

Weitere Informationen:

Im christlich-religiösen Kontext, insbesondere in katholischen Kontexten, ist „Gender“ ein Angst- und Schimpfwort. Warum aber ist dies so? Der Vortrag wird der Frage nachgehen, welche „Grammatik“ der Geschlechter im Christentum historisch entworfen wurde, wie sie bis heute weiter wirkt und warum „Gender“ vor allem von den Vertretern der Institution mit großer Aufregung und einem guten Anteil an Dämonisierung diskutiert wird. Zugleich stellt diese breite und unordentliche christliche Gender-Geschichte Ressourcen zur Verfügung, die für heutige Debatten relevant gemacht werden können.

Biographie:

Regina Ammicht Quinn studierte Katholische Theologie und Germanistik, promovierte mit einer Arbeit zur Theodizeefrage und habilitierte über „Körper, Religion und Sexualität. Theologische Reflexionen zur Ethik der Geschlechter“ (Mainz (Grünewald), 3. Aufl., 2004). Nach der Verweigerung des sogenannten „nihil obstat“ darf sie nicht im Fach Katholischen Theologie lehren. Sie ist Professorin für Ethik und leitet das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) der Universität Tübingen.

Literatur: Regina Ammicht Quinn (2016): Gender – Aufregung um eine Analysekategorie. In: Stimmen der Zeit 9 (2016), S. 600-610.

Regina Ammicht Quinn (2016): (Un)Ordnungen und Konversionen: Trans*, Gender, Religion und Moral. In: Gerhard Schreiber (ed.): Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften. Ergebnisse, Kontroversen, Perspektiven. Berlin/Boston: de Gruyter, S. 441-459

Quelle

Die Aufnahme steht unter der CC BY-SA 3.0 Lizenz

Referenzen:

Regina Ammicht Quinn

Mary Douglas

Play

RV-03-17 Ursula Birsl – Antifeminismus in der radikalen und extremen Rechten

Antifeminismus in der radikalen und extremen Rechten

Ursula Birsl, Politikwissenschaft Marburg

Weitere Informationen: In der radikalen und extremen Rechten werden zwei große Bedrohungen für die „westliche Welt“ ausgemacht: „der“ Islam und der Feminismus. Der Antifeminismus in der Rechten ist nicht neu, jedoch wird er zunehmend aggressiver vorgetragen. Auch der Rechtsterrorist Anders Breivik, der am 22. Juli 2011 in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen ermordete, legitimierte sein Attentat u.a. mit der feministischen Bedrohung der europäischen Kultur. Welche Varianten des Antifeminismus in der radikalen und extremen Rechten zu finden sind und warum dieser eine so wichtige Bedeutung in den Ideologemen einnimmt, ist Gegenstand der Vorlesung.

Biographie: Dr. Ursula Birsl ist Diplom-Sozialwirtin und Professorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Demokratieforschung an der Philipps-Universität Marburg. Neben der (international vergleichenden) Demokratie- und Migrationsforschung beschäftigt sie sich seit mehr als 25 Jahren mit dem Verhältnis von „Rechtextremismus und Gender“, zu dem aktuell zwei Forschungsprojekte in ihrem Fachgebiet durchgeführt werden, die von der DFG und vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert werden.

Literatur:

Birsl, Ursula (2016): Rechtsextremismusforschung reloaded – neue Erkenntnisse, neue Forschungsfelder und alte Forschungsdesiderate, in: Neue Politische Literatur, H. 2: 251-276

Birsl, Ursula/Pallinger, Ina (2015): Die Nicht-Wahrgenommenen: Frauen und extrem rechte Gewalt, in: Zoche, Peter/Kaufmann, Stefan/Arnold, Harald (Hrsg.): Sichere Zeiten? Gesellschaftliche Dimensionen der Sicherheitsforschung, Münster: Lit Verlag: 307-327.

Birsl, Ursula (Hrsg.) (2011): Rechtsextremismus und Gender, Opladen: Verlag Barbara Budrich.

Quelle

Die Aufnahme steht unter der CC BY-SA 3.0 Lizenz

Referenzen:

Ursula Birsl

Renate Bitzan

Ingrid Kurz-Scherf

Helga Grebing

Friedrich August von Hayek

Albert Scherr

Eva Kreisky

Birgit Rommelspacher

Play

RV-02-17 Susanne Maurer – ‚Die Antifeministen‘ (1902) oder: Lest nach bei Hedwig (Dohm)!

„Die Antifeministen“ (1902) oder: Lest nach bei Hedwig (Dohm)!

Susanne Maurer, Erziehungswissenschaft, Marburg

Weitere Informationen:

Der Vortrag erinnert an frühe Auseinandersetzungen um Antifeminismus, wie sie etwa in den Schriften der streitbaren Denkerin Hedwig Dohm, einer Pionierin des ‚radikalen Flügels‘ der bürgerlichen Frauenbewegung im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, zu finden sind. Scharfsinnig und mit gehörigem Witz führt Hedwig Dohm die Argumente der „Antifeministen“ vor – und zwar im doppelten Sinne des Wortes. Seltsam, wie vertraut die Argumente der Frauenemanzipationsgegner_innen aus vergangenen Jahrhunderten uns heute (noch) erscheinen … Die Texte von Hedwig Dohm werden bezogen auf die historische Forschung zu Strömungen, Organisationen und Akteursgruppen des „Antifeminismus“ um 1900.

Biographie:

Susanne Maurer, Professorin für Erziehungswissenschaft/Sozialpädagogik am FB 21, forscht u.a. zu Geschichte und Gegenwart von Frauenbewegungen sowie zum Verhältnis „Bildung und Soziale Bewegung“. Mitbegründerin eines feministischen Archivprojektes in Tübingen und eines interdisziplinären Netzwerkes historisch arbeitender Frauen*, seit 2004 engagiert im Marburger Genderzentrum. Interessiert an Bewegungen der Kritik, insbesondere auch im Generationenverhältnis

Literatur:

Hedwig Dohm, Die Antifeministen. Ein Buch der Verteidigung, > 1902 (digital verfügbar)

Planert, Ute: Antifeminismus im Kaiserreich Diskurs, soziale Formation und politische Mentalität, Göttingen 1998 (digital verfügbar)

Quelle

Die Aufnahme steht unter der CC BY-SA 3.0 Lizenz.

Referenzen:

Susanne Maurer

Hedwig Dohm

Ute Planert

Simone de Beauvoir

Play